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Unfallchirurgie

nichtoperative Therapien

Im Rahmen der Unfallchirurgie sind wir spezialisiert auf die konventionelle Versorgung von Knochenbrüchen und die Nachbehandlung operativer Frakturversorgungen. Zudem behandeln wir degenerative Gelenkveränderungen (Arthrosen) sowie akute Sehnenreizungen. Weiterhin sind wir als D-Ärzte für die fachärztliche Erstversorgung bei Arbeits- und Schulunfällen zugelassen.

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Arbeits- und Schulunfälle

Arbeits-, Dienst- und Schulunfälle sowie Berufskrankheiten sind in der gesetzlichen Unfallversicherung über die Berufsgenossenschaften bzw. die Gemeindeunfallversicherungsträger versichert. Die Kosten werden also nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Die Behandlung in diesen Fällen ist speziell qualifizierten Ärzten (in der Regel sog. D-Ärzten) vorbehalten, die von den Unfallversicherungsträgern hierzu ermächtigt wurden. Die zugelassenen Ärzte verfügen durch ihre spezielle unfallmedizinische Ausbildung über besondere Kenntnisse in der Begutachtung und Behandlung von Unfallverletzungen.

Im MVZ St. Vincenz Datteln GmbH ist die Erstbehandlung sowie Weiterversorgung nach Operationen im Falle eines Arbeits-, Wege- oder Schulunfalls möglich. Bitte melden Sie Arbeits- und Schulunfälle gleich an unserer Rezeption.

 

Konservative Versorgung von Knochenbrüchen

Nicht jeder Knochenbruch bedarf einer Operation. Sind die Knochenstücke nicht oder nicht erheblich gegeneinander verschoben, ist für die Heilung oftmals eine nichtoperative Behandlung ausreichend.

Im Rahmen der konservativen Frakturbehandlung wird der betroffene Knochen meist für einige Wochen ruhiggestellt. Dies erfolgt in der Regel durch einen Gips oder spezielle Schienen. Während der Behandlung durch Ruhigstellung muss der Heilungsverlauf in regelmäßigen Abständen durch Röntgen und weitere Untersuchungen kontrolliert werden.

Nachbehandlung operativer Frakturversorgung

Sofern ein Knochenbruch (Fraktur) mit einer Platte, Schrauben oder anderen operativen Verfahren versorgt wurde (sog. Osteosynthese) erfolgt im Anschluss eine postoperative Behandlung. Dabei müssen die OP-Wunden regelmäßig kontrolliert und das Nahtmaterial zeitgerecht entfernt werden. Zudem sind Röntgenkontrollen erforderlich, um die Knochenbruchheilung zu überwachen. Ggf. ist auch eine gezielte Physiotherapie (Krankengymnastik) notwendig, um das entsprechende Körperteil zu beüben und um die volle Belastung wiederherzustellen.

Degenerative Gelenkveränderung

Mit zunehmendem Alter, aber auch nach Unfällen, bei denen die Gelenke betroffen sind, kommt es vor allem im Hüft-, Schulter-, Sprung- oder Kniegelenk zu Verschleißerscheinungen (Arthrose). Schmerzen und Mobilitätseinschränkungen sind belastend und verringern die Lebensqualität der Betroffenen.

Durch konservative Maßnahmen wie Elektrotherapie, Salbenapplikationen oder Röntgen-Tiefenbestrahlung können die Beschwerden vor allem im Anfangsstadium vielfach gelindert werden. In besonderen Fällen ist zur Schmerzlinderung auch eine begleitende Physiotherapie angebracht. Nicht immer lässt sich jedoch eine vollständige Beschwerdefreiheit erreichen.

Bei einer weiter fortgeschrittenen Arthrose bzw. wenn die konservativen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind, kann die operative Versorgung mit einem Kunstgelenk dazu beitragen, Mobilität und Lebensqualität wiederherzustellen.

Akute Sehnenreizung

Die Sehnen liegen an den Enden eines Muskels und verbinden die Muskulatur mit den Knochen. Ihre Aufgabe ist es, die Kraft des Muskels auf das Skelett zu übertragen. Durch eine Überreizung oder ungewohnte Beanspruchung kann es zu Entzündungen kommen.

Eine Sehnenreizung kann grundsätzlich überall auftreten. Häufig betroffen sind Handgelenk und Arm (umgangssprachlich Tennisarm), Sprung- und Fußgelenke, aber auch Schulter und Knie.

Die Therapie einer Sehnenentzündung erfolgt konservativ und sieht in erster Linie Ruhe und Schonung vor. Die Ruhigstellung erfolgt in der Regel mit speziellen Schienen. Zusätzlich können antientzündliche Salbenverbände oder Elektrotherapie zum Einsatz kommen. Ggf. wird auch die Einnahme eines entzündungshemmenden Medikamentes notwendig.

Sehnenreizungen sind schmerzhaft, heilen aber in aller Regel spontan aus. Die Dauer bis zur Beschwerdefreiheit ist abhängig vom Schweregrad und liegt durchschnittlich zwischen 2 und 6 Wochen. Während dieser Zeit ist Schonung wichtig, um einen chronischen Verlauf zu verhindern.

Handchirurgie

In Kooperation mit der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des St. Vincenz Krankenhauses in Datteln werden u. a. folgende Handerkrankungen behandelt:

 

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Karpaltunnelsyndrom

Bei Karpaltunnelsyndrom handelt es sich um eine Nervenleitungsstörung am Handwurzelkanal. Greifschwächen, Kälte- oder Taubheitsgefühl, Kribbeln sowie Schmerzzustände in der Nacht oder beim Beugen bzw. Überstrecken der Finger können Hinweise auf diese Erkrankung sein. Ist die tunnelartige Röhre, die sich in der Tiefe zwischen Daumen- und Kleinfingerballenmuskulatur (Karpaltunnel) befindet, zu eng, entsteht ein Druck auf den Nerv, der zunächst vor allem in der Nacht erhebliche Schmerzen verursacht. Die Ursachen des Karpaltunnelsyndroms sind nicht eindeutig definiert. Diabetes, Gicht und eine rheumatische Grunderkrankung kommen ebenso in Frage wie chronische Entzündungen wie beispielsweise eine Verdickung der Sehnenscheide oder nach einer Handgelenksfraktur.

Schreitet das Krankheitsbild fort, leiden Betroffene vielfach an einem andauernden Taubheitsgefühl, das sich besonders auf Daumen, Zeige- und Mittelfinger ausdehnt. Die richtige Diagnose kann meist schon durch Schilderung der Beschwerden gestellt werden. Zusätzlich ist in aller Regel jedoch eine Untersuchung durch den Neurologen notwendig, bei der die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen wird. Im fortgeschrittenen Stadium ist eine Operation der schnellste und wirksamste Weg, um sofortige Beschwerdefreiheit zu erreichen. Der kleine Eingriff ist wird ambulant in Regionalanästhesie bzw. in Ausnahmefällen in Vollnarkose durchgeführt. Eine Vollbelastung der Hand wird üblicherweise nach vier bis sechs Wochen erreicht.

Schnellender Finger / Springfinger

Bei diesem Erkrankungsbild bleibt ein Finger entweder beim Strecken oder beim Beugen zurück und folgt dann unter Schmerz „springend“ den anderen. Ursache ist meist eine Überlastung der Sehne am Übergang der Hohlhand zum Finger. Bei längerem Bestehen wird der Sehnenknoten größer und die Bewegung ist zunehmend eingeschränkt.

Auch hier gilt, dass durch eine kleine ambulante Operation in Regionalanästhesie eine sofortige Beschwerdefreiheit erreicht werden kann. Dabei wird das enge Ringband, dass die Sehne umschließt, längs durchtrennt, so dass ein freies Gleiten der Sehne wieder möglich ist. Nach dem Eingriff wird ein fester Verband angelegt. Der operierte Finger kann sofort wieder ohne Schnappen und Springen bewegt werden. Nach zwei bis drei Wochen ist eine weitgehend normale Belastung der Hand wieder möglich.

Dupuytren`sche Kontraktur

Dieses Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch das Auftreten von Knoten und Strängen in der Handinnenfläche. Meist sind der vierte und fünfte Fingerstrahl betroffen. Typisch ist ein über mehrere Jahre dauernder und zunächst häufig schmerzloser Krankheitsverlauf, der zu einer zunehmenden Verkrümmung der Finger führt. Die genaue Ursache ist bislang unbekannt.

Eine Operation ist erst dann zu empfehlen, wenn eine deutliche Streckbehinderung besteht. Als Faustregel gilt, dass der Verkrümmungsgrad in einem Gelenk mindestens 30 % beträgt. Je nach Fortschritt der Erkrankung ist das Ausmaß des Eingriffs unterschiedlich. In einigen Fällen reicht es aus, einzelne bindegewebige Stränge zu entfernen, in anderen ist es notwendig, die gesamte Bindegewebsplatte der Handinnenfläche herauszutrennen. Zusätzlich müssen manchmal Verwachsungen im Bereich von Nerven, Gefäßen und Gelenkkapseln vorsichtig gelöst werden. Die chirurgische Behandlung der Dupuytren’schen Kontraktur ist im Vergleich zum Karpaltunnelsyndrom und Springfinger ein größerer Eingriff, der zum Teil unter stationären Bedingungen erfolgen sollte. Nach der OP werden die betroffenen Finger für ca. eine Woche mit einer Gipsschiene ruhiggestellt. Nach Entfernung wird ggf. eine krankengymnastische Übungsbehandlung verordnet.