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Proktologie

Dr. med.  Jens Becker ist auf die Proktologie spezialisiert. Er ist Mitglied des  Berufsverbandes der Coloproktologen Deutschlands e. V. und der Deutschen Gesellschaft  für Koloproktologie und im St. Vincenz-Krankenhaus als Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie/Proktologie und Koordinator des Darmkrebszentrums  tätig.

Jeden Montag und Donnerstag bietet er eine Sprechstunde an.

Untersuchungen

  • Proktoskopie
  • Rektoskopie
  • Ultraschall

Erkrankungen

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Hämorrhoiden

Hämorrhoiden

Alle Menschen haben Hämorrhoiden. Es handelt sich um die „Dichtung“ im After und dient dem Feinverschluss. Hämorrhoiden bestehen aus einem Adergeflecht, das sich im Laufe des Lebens vergrößern kann. Begünstigt wird diese Entwicklung durch Bewegungsmangel, ballaststoffarme Ernährung, Pressen beim Stuhlgang oder unter der Geburt sowie durch lange „Toiletten-Sitzungen“ (z.B. Zeitung lesen).

Erst die vergrößerten Hämorrhoiden führen zu typischen Symptomen wie Juckreiz, Brennen, Nässen und Blutungen. Häufig liegen auch ein Gefühl der unvollständigen Entleerung sowie eine Störung der Feinkontinenz (verschmierte Unterwäsche) vor. Erst bei typischen Symptomen spricht man von einem Hämorrhoidalleiden. Salben und Zäpfchen können nur zu einer Linderung der Symptome führen. Eine ursächliche Behandlung erfolgt abhängig vom Stadium durch Verödung (Sklerosierung), durch Abbinden mit Gummiringen oder durch dopplersonografisch gestützte Abbindung (HAL).

Erst im fortgeschrittenen Stadium ist eine Operation notwendig.

 

Perianalvenenthrombose

Perianalvenenthrombose

Bei der Perianalvenenthrombose bildet sich ein Blutgerinnsel im Venengeflecht um den Anus. Dies führt zu einer mehr oder weniger schmerzhaften, plötzlich auftretenden Schwellung am After. Im Verlauf von ein bis zwei Wochen bildet sich diese zurück. Zurück bleibt mitunter eine kleine Hautfalte, die Mariske. Bei kleineren Befunden reichen die Einnahme von Schmerzmitteln und die Verwendung einer betäubenden Salbe aus. Größere Befunde können gut ambulant in örtlicher Betäubung eröffnet und die Thromben herausgedrückt werden. Danach tritt in der Regel schnell eine folgenlose Heilung ein. Eine Perianalvenenthrombose ist im Gegensatz zu einer Beinvenenthrombose völlig ungefährlich.

Analfissur

Analfissur

Die Fissur ist ein schmerzhafter Einriss der Afterhaut. Er entsteht häufig durch zu harten Stuhlgang. Die akute Form wird mit einem Schmerzmittel und einer speziellen Salbe behandelt. Der Stuhl sollte weich aber noch geformt sein. Hierbei spielt auch die Ernährung eine Rolle. Hilfreich sind zusätzlich Quellstoffe (z.B. indische Flohsamenschalen).  Die Mehrzahl der akuten Fissuren gelangen so zur Ausheilung.

Von der chronischen Form spricht man, wenn nach 3–6 Monaten immer noch eine Wunde vorliegt. Diese kann bluten, ist mitunter chronisch schmerzhaft und hat häufig lästiges Stuhlschmieren zur Folge, da die „Feinabdichtung“ gestört ist. Chronische Fissuren werden operiert, indem das geschädigte Gewebe unter Schonung des darunter befindlichen Schließmuskels vorsichtig entfernt wird.

 

Feigwarzen

Feigwarzen

Feigwarzen beruhen auf einer Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) und werden in der Regel sexuell übertragen.

Eine „Therapie der ersten Wahl“  für  Feigwarzen, auch Condylomata  acuminata genannt, gibt es nicht. Häufig werden deshalb verschiedene Verfahren kombiniert. Sinnvoll ist die Verknüpfung eines chirurgischen Verfahrens mit der Anwendung einer speziellen Salbe.

Die Entstehung von Feigwarzen kann durch Impfung  verhindert werden, wenn diese vor der ersten HPV-Infektion erfolgt.

Sinus pilonidalis

Sinus pilonidalis

Der Sinus pilonidalis, auch Steißbeinfistel genannt, ist eine Erkrankung der Haut in der Gesäßfalte. Das Steißbein ist hierbei nie betroffen. Es bilden sich fuchsbauartige Gänge (Fisteln) deren Ursache meistens eingewachsene Haare sind.  Eine Heilung ist nur durch eine vollständige operative Entfernung des Fistelgangsystems gewährleistet. Salben oder Antibiotika beseitigen nicht die Ursache.

Als minimalinvasive Maßnahme wird die „Pit picking“ Operation angewendet. Hierbei  werden  die Primärfisteln in der Gesäßfalte „herausgepickt“, um deren Ausheilen zu ermöglichen. Der Eingriff wird in lokaler Betäubung durchgeführt. Die Methode eignet sich für nicht voroperierte Patienten mit relativ begrenztem Befund. Bei großen Fistelsystemen und dem Wiederauftreten (Rezidiv) eines Sinus pilonidalis bleibt nur die großzügige Ausschneidung. Je nach Befund kann hier die Wunde verschlossen oder offen gelassen werden. Bei der offenen Wundbehandlung kann die Vakkuumversiegelung den Heilverlauf günstig beeinflussen.

Analabszess

Analabszess

Abszesse in der Analregion sind ein häufiges Krankheitsbild. Eine nicht seltene Ursache ist die Entzündung von Drüsen im After. Diese Entzündung führt akut zum Abszess und  kann sich im chronischen Verlauf zur Analfistel entwickeln. Andere Ursachen können die Akne inversa oder aber auch der Sinus pilonidalis sein. In seltenen Fällen kann der Analabszess aber auch als ein erstes Zeichen auf einen Morbus Crohn hindeuten.

Typisches Zeichen des Analabszesses ist die stark schmerzhafte Schwellung. Weitergehende Untersuchungen sind in der Regel nicht erforderlich.

Die Behandlung erfolgt schnellstmöglich operativ. Auch bereits bei spontan aufgeplatzten Abszessen sollte die Öffnung operativ erweitert werden. Bei der Operation wird die Abszesshöhle großzügig eröffnet und vorsichtig nach einer Fistel gesucht. Lässt sich eine Analfistel  nachweisen, wird diese in der Regel mit einem Faden markiert.

Eine Behandlung mit Antibiotika ist in der Regel nicht erforderlich.

Nach der Operation sollte der Analbereich mehrmals täglich ausgeduscht werden. Das frühe Verkleben der Wunde sollte dabei verhindert werden.

Analfistel

Analfistel

Bei der Analfistel besteht eine Verbindung zwischen dem inneren des Afters und der umgebenden Haut. Ursache ist die Entzündung von Drüsen im After, die sich häufig zunächst als Analabszess bemerkbar machen.

Zu unterscheiden sind Fisteln mit anderen Ursachen, wie etwa den Morbus Crohn.

Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Die Analfistel sollte in jedem Fall operiert werden, um spätere Komplikationen zu vermeiden und langfristig die Stuhlhaltefähigkeit zu erhalten. Die Möglichkeit der Behandlung ohne Operation ist nicht vorhanden.

Die Analfistel kann den Schließmuskel an verschiedenen Stellen durchbrechen. Oft kann der Verlauf der Fistel erst während der Operation bestimmt werden. Die Festlegung des Verfahrens erfolgt daher häufig erst während der Operation. Ziel ist es den Schließmuskel zu schonen, um eine Stuhlhalteschwäche zu vermeiden.

Mastdarmvorfall (Rektumprolaps)

Mastdarmvorfall (Rektumprolaps)

Der Mastdarmvorfall ist die Folge einer Kette von Störungen, die in der Regel den gesamten Beckenboden betreffen. Frauen sind sehr viel häufiger betroffen als Männer.

Die Ursachen des Mastdarmvorfalls sind vielfältig. Neben familiärer Veranlagung, der Zahl der Entbindungen, Lebensalter, Zunahme des Körpergewichtes und Entfernung der Gebärmutter spielt auch die langjährige Verstopfung eine Rolle.

Eine Operation ist die einzige Möglichkeit der Behandlung. Möglich sind wenig belastende Verfahren vom Dammbereich her, die auch in Regionalanästhesie ohne Vollnarkose durchgeführt werden können. Alternativ kann die Verkürzung des Darmes über eine  Bauchspiegelung durchgeführt werden.

In Vorbereitung auf die Operation ist eine Darmspiegelung sinnvoll.

Acne inversa

Acne inversa

Die  Acne inversa ist eine langwierige und häufig wiederkehrende Hauterkrankung.

Die Krankheit tritt üblicherweise nach der Pubertät auf und führt zur Vernarbung der betroffenen Haut. Sie zeigt sich mit schmerzhaften Hautentzündungen am häufigsten in den Achseln sowie der Leisten-und Schamregion.

Mögliche auslösende Faktoren sind Rauchen und Übergewicht.

In Abhängigkeit von der Ausdehnung der Befunde werden verschiedene Behandlungsformen  empfohlen. Dabei ist die chirurgische  Behandlung die tragende Säule. Die entzündeten Bereiche werden möglichst vollständig ausgeschnitten. Die Wunde bleibt danach offen, weil so die Gefahr eines erneuten Ausbruchs am besten verringert werden kann. Antibiotika können zusätzlich eingesetzt werden.

Perianale Abszesse und Fisteln bei M. Crohn

Perianale Abszesse und Fisteln bei  M. Crohn

Auch bei perianalen Abszessen deren Ursache der M. Crohn ist, muss als erstes der Abszess eröffnet werden.

Anschließend sollte eine sorgfältige Diagnostik erfolgen, um den genauen Fistelverlauf darzustellen und die Aktivität des M. Crohn zu beschreiben. Dies gelingt durch die Kombination verschiedener Untersuchungsmethoden. Neben der Spiegelung des Darmes sind Ultraschall und MRT sehr hilfreich.

Die Behandlung der Fistel erfolgt beim M. Crohn in der Regel mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken. Eine operative Versorgung sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn keine Entzündung des Darmes besteht.

Ganz wesentlich ist die gute Zusammenarbeit des Gastroenterologen und Proktologen, da medikamentöse und operative Behandlung eng ineinander greifen.

Mit der Gastroenterologischen Praxis Andersen und Tonk besteht eine enge Kooperation. In der gemeinsam besuchten wöchentlichen Konferenz des St. Vincenz-Krankenhauses werden regelmäßig gemeinsame Patienten besprochen.

weitere Erkrankungen

  • Gutartige Tumoren (Analfibrome)
  • Analkarzinom
  • Marisken  (Hautfalten)
  • Verstopfung (Obstipation)
  • Stuhlinkontinenz
  • Proktitis
  • Rektovaginale Fisteln